Über Tim Rothemann und seine schon fast zehn Jahre erfolgreich existierende Burgerschmette hatte ich im letzten Jahr schon etwas ausführlicher berichtet, bevor ich gleich zum heutigen Besuch komme hier zunächst eine stark gekürzte Version für jene, die es verpasst haben:
„Quereinstiege in die Gastronomie und insbesondere in die Food-Truck-Welt scheitern oft an naiven Vorstellungen. Viele übersehen die harte Realität und romantische Erwartungen werden schnell von den täglichen Anforderungen wie Einkauf, Mise-en-place, Tagesgeschäft, Organisation und Reinigung überschattet.
Tim Rothemann mit seiner „Burgerschmette“ bestätigt jedoch, dass Ausnahmen die Regel sein können. Der gelernte Industriekaufmann wurde anfangs von seinem Koch-Freund Patrick Hoch unterstützt, bevor dieser ein Angebot in der Schweiz annahm.

Tim hat den Burgertruck mittlerweile alleine übernommen und hat treue Stammkunden, zu denen er ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Die Qualität seines Burgers liegt ihm sehr am Herzen, das Fleisch bezieht er von einem regionalen Bio-Betrieb und legt Wert auf Geschmack und Tierwohl.
Die Burger sind wohltuend puristisch gehalten, mit hausgemachten Soßen und Mayo, Eisbergsalat, Cheddar, Zwiebeln und Tomaten. Die Größe der Burger ist ideal und steht im Gegensatz zu überladenen XXL-Burgern in vielen anderen Läden. Neben der kleinen Standardkarte bietet er wöchentliche Burger-Specials an.
Der Standort in der Einfahrt seines Elternhauses mag auf den ersten Blick skurril wirken, jedoch zieht es mich aufgrund des einzigartigen Charakters des Angebotes und nicht zuletzt wegen des super-sympathischen Tim immer gerne an diesen Ort zurück.“

Soweit die Lage in 2022 – und daran hat sich natürlich grundsätzlich nichts geändert, aber kommen wir zu heute:
Bei dem herrlichen Wetter heute bot sich ein Besuch an, außerdem hatte Tim mir gerade aus seiner zweiten Heimat Ungarn original ungarisches Paprika-Pulver mitgebracht, über das ich mich sehr freute, damit wird bald mal ein richtiges Pörkölt gekocht wenn es wieder kälter wird.
Auch freute ich mich schon seit gestern Abend auf einen Bacon-Cheeseburger und das saftige, medium gebratene Patty sollte auch heute nicht enttäuschen.
Der kräftige, ehrliche Rindfleisch-Geschmack der regionalen Bio-Ware ist wirklich etwas Besonderes, bei Fleisch versteht Tim keinen Spaß, denn das genießt er als begeisterter Koch selbst gerne und probiert am heimischen Herd viel aus.
Eigentlich wollte er mir spontan etwas Schönes zaubern und es tat mir richtig leid als ich das ausschlug, aber ich bin schon heute Morgen mit dem Gedanken an diesen Burger aufgestanden und bestellte ihn so, wie ich es auch zu Hause am liebsten mag wenn ich selbst Fleisch wolfe und Burger brate: ganz puristisch mit Senf und Ketchup, ohne die herausragende Mayo, die er selbst herstellt.

Meine Begleitung war noch nie hier, sie hatte einen BBQ Burger mit Salat, Tomate, Gurke, Schmorzwiebeln, Cheddar und hausgemachter BBQ-Sauce und war hin und weg, noch eine Stunde später lobte sie das Ding: „der Burger war superlecker, fahren wir da noch mal hin?“.
Ja ganz bestimmt sogar, denn jetzt komme ich zu etwas, das für anspruchsvolle Pommes-Fans so etwas wie eine Sensation sein dürfte, ich im letzten Jahr nur am Rande erwähnte und dass ich heute gerne mitbestellte.
In der Burgerschmette gibt es etwas, dass man außerhalb Belgiens, der Benelux-Region oder Frankreich fast nirgends erhält: original belgische Pommes frites, frittiert in Rindernierenfett, dass er sich aus Belgien liefern lässt, während die Kartoffeln vom Solinger Acker stammen – sie werden von Tim täglich frisch produziert.
Es ist einfach unbeschreiblich, welchen Duft diese Pommes verströmen, wenn er sie einem über die Theke reicht und was das Frittieren im Rinderfett geschmacklich bewirkt, muss man einfach mal selbst probiert haben, falls man noch nie in diesen Genuss kam.

Ich möchte mal so sagen: wer Pommes gerne mal als kleinen Seelentröster missbraucht, dem sei geraten „Hinfahren, bestellen, mit viel Mayo, und 10 Minuten im Kreis grinsen!“
Auch die Dips machen viel Spaß, besonders die fruchtig-intensive Curry-Mayo schmeckt mir richtig gut, aber diese – übrigens gut gesalzenen, ich hasse es wenn kaum Salz dran ist – Pommes sind einfach derart köstlich, dass man sie bedenkenlos einfach nur solo in sich hineinstopfen könnte.

Übrigens kostet eine großzügige Portion dieser absoluten Gourmet-Pommes (und das meine ich wörtlich und ernst) hier nur 3,50 €, bis vor kurzem gar nur 2,50 € aber dieser Preis war einfach nicht mehr zu halten.
Denn alleine schon ein Kilo des Rinderfetts kostet ihn rund fünf Euro im Einkauf und mit einem Kilo kommt man in der Gastro-Fritteuse nicht weit.
Ich habe gerade mal geschaut, eine mittlere Portion Pommes bei McDonald’s kostet aktuell 3,69 € wenn man sie außerhalb eines Menüs bestellt, spannender Vergleich finde ich. ![]()
Fazit unverändert: man renne ihm bitte die Bude ein, und wenn es „nur“ für die sensationellen Pommes sein sollte, denn alleine die lohnen definitiv eine Anfahrt aus dem Umland…


