Wo sich einst mit der „Chinesischen Mauer“ eines der frühen asiatischen Restaurants Solingens befand und später verschiedene Buffetkonzepte folgten, wird nun Korean Fried Chicken serviert. Ich habe das neue Angebot persönlich, unangekündigt und zunächst vollständig anonym getestet. Hier gibt es meine reich bebilderten Eindrücke – und meine Meinung!
Korean Fried Chicken ist keine jahrhundertealte Nationalspeise, sondern ein vergleichsweise junges Gericht der koreanischen Nachkriegsgesellschaft. Seine Geschichte führt von amerikanischen Einflüssen über den wirtschaftlichen Aufstieg Südkoreas bis zur modernen Lieferkultur und der weltweiten Begeisterung für K-Pop und K-Dramen. Wie diese Spezialität am Solinger Grünewald umgesetzt wird, zeigt mein persönlicher Besuch.
Eine koreanische Erfolgsgeschichte mit amerikanischen Wurzeln
Die heute bekannte Form des frittierten Hähnchens wurde in Südkorea durch die Anwesenheit amerikanischer Soldaten nach dem Koreakrieg populär. In den 1960er- und 1970er-Jahren kamen zunächst westlich inspirierte Grill- und Brathähnchen in den koreanischen Großstädten in Mode.
Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Speiseöl, moderner Geflügelhaltung und wachsenden Einkommen wurde aus dem gelegentlichen Luxusprodukt ein erschwingliches Stadtessen. Ende der 1970er-Jahre entstanden die ersten koreanischen Chicken-Ketten. Das Smithsonian Center for Folklife and Cultural Heritage beschreibt die Entwicklung als kulinarischen Austausch, bei dem aus einem amerikanischen Ausgangspunkt schrittweise etwas ausgesprochen Eigenständiges entstand.
Der entscheidende Schritt geschah um 1980 in …

